Zahnaerzteblatt.de

 

Praxis

Der GOZ-Ausschuss der LZK informiert

 

Fotos in der zahnärztlichen Praxis und ihre Berechnung

Ausgabe 10, 2020

Die intraorale Fotodokumentation hat sich zu einem wichtigen Bestandteil in der zahnärztlichen und vor allem in der kieferorthopädischen Behandlung entwickelt. Die Anfertigung von Fotos kann unterschiedliche Indikationen haben. Sie dienen immer öfter der Dokumentation (zum Beispiel Situation vor und nach der Behandlung, Darstellung von Anomalien) durch Aufnahmen mit Intraoralkameras.


Die Leistungsbeschreibung der Geb.-Nr. 6000 GOZ lautet: „Profil- und Enface-Fotografie, einschließ- lich kieferorthopädischer Auswertung“. Die Geb.-Nr. 6000 GOZ ist berechnungsfähig je Profil- Fotografie, je Enface-Fotografie und im Laufe der Behandlung mehrfach. Eine mehr als viermalige Berechnung der Leistung im Verlauf einer kieferorthopädischen Behandlung ist in der Rechnung zu begründen. Die Leistungsbeschreibung stellt klar, dass es sich hierbei ausschließlich um extraorale Aufnahmen handeln kann. Ferner wird durch die Leistungsbeschreibung eindeutig der Bezug zur kieferorthopädischen Behandlung hergestellt, so dass diese Leistung auch nur im Rahmen der kieferorthopädischen Therapie liquidierbar ist. Die Profil- oder Enface-Fotografie ist im Rahmen der kieferorthopädischen Behandlung ein diagnostisches Hilfsmittel. Nicht alle Befunde lassen sich mit den üblichen Befundunterlagen darstellen, sodass die Fotografie gegebenenfalls zum Festhalten besonderer Befunde für die Diagnostik und Planung erforderlich ist. In der GOZ 2012 wird die Fotografie ausschließlich beschränkt auf die Profil- und Enface-Fotografie. Die Berechnung von intraoralen Aufnahmen ist daher nach der GOZ-Nr. 6000 nicht möglich. Außerdem beinhaltet die GOZ-Nr. 6000 zusätzlich die kieferorthopädische Auswertung.

Beratungsforum. Nach dem Be- schluss Nr. 15 des Beratungsforums für Gebührenordnungsfragen, dem die Bundeszahnärztekammer, der Verband der privaten Krankenversicherung und die Beihilfestellen von Bund und Ländern angehören, sind Fotos, die ausschließlich therapeutischen oder diagnostischen Zwecken, nicht jedoch einer kieferorthopädischen Auswertung dienen, analog berechnungsfähig. Zusätzlich muss es sich um eine medizinisch notwendige Leistung im Sinne von § 1 Abs. 2 GOZ handeln.

Intraorale Fotos sind nicht in den Gebührenverzeichnissen aufgeführt. Nach § 6 Abs. 1 GOZ (Analog-Berechnung) können solche medizinisch notwendigen, selbstständigen zahnärztlichen Leistungen analog berechnet werden. Werden im Zuge einer operativen Behandlung Fotos hergestellt, ist davon auszugehen, dass es sich hierbei um intraorale, intraoperative Fotos handelt. Intraoperative Fotodokumentation ist zwar aus forensischen und Dokumentationsgründen manchmal unerlässlich, erfüllt aber nicht den Leistungsinhalt der Geb.-Nr. 6000 GOZ. Sie ist ebenfalls der Dokumentation zuzuordnen.

Gleiches gilt für intraorale Befundaufnahmen im Rahmen kieferorthopädischer Behandlungen. Auch diese sind der Befunddokumentation zuzurechnen und nicht gesondert berechnungsfähig.

Alternativ können intraorale Fotos zur Befunderhebung und Dokumentation von Zahnschäden und zum Festhalten von Veränderungen der Zahnstellung auch zum Leistungsinhalt der GOZ-Nr. 0010 gezählt werden. Anstelle der Analogberechnung nach § 6 Abs. 1 können intraorale Fotos unter Ansatz eines angemessenen Steigerungsfaktors nach GOZ- Nr. 0010 berechnet werden.

Fotos unter zahntechnischen Aspekten (§ 9 GOZ) können von der Zahnärztin oder vom Zahnarzt in der Praxis nicht in Rechnung gestellt werden. Das Ziel von Fotos, ein möglichst natürliches Aussehen der Patientin oder des Patienten mit der neuen Zahnversorgung zu erreichen, ist mit den Herstellungskosten für die Versorgung abgegolten.

Autorenteam des
GOZ-Ausschusses der LZK BW

 

Aufbereitung von Medizinprodukten

 

Bereichstrennung und optimaler Workflow

Ausgabe 10, 2020

Die Aufbereitung von Medizinprodukten inklusive der Organisation und des Managements sind ein Dauerthemain der Zahnarztpraxis. Nicht jede Praxis kann auf einen Aufbereitungsraum mit großer Grundfläche zurückgreifen. Das ist auch nicht zwingend erforderlich! Entscheidend sind vielmehr eine optimale Abfolge der einzelnen Aufbereitungsprozesse und die sichere Verhinderung einer Rekontamination bereits teil- bzw. abschließend aufbereiteter Medizinprodukte. Die Grundfläche des Aufbereitungsraums muss der Menge an Medizinprodukten entsprechenund es müssen genügend Arbeitsflächen vorhanden sein.

Ausgangslage. In Abhängigkeit ihres Behandlungs
spektrums hat jede Zahnarztpraxis unterschiedlich risikobewertete und eingestufte Medizinprodukte gemäß KRINKO-/BfArM-Empfehlung aufzubereiten. Die Anlage 5 der KRINKO-/BfArM-Empfehlung „Anforderungen an dieHygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten“ hilft weiter, die baulich-funktionellen Anforderungen in Abhängigkeit der Risikobewertung und Einstufung der Medizinprodukte in der eigenen Praxis zu überprüfen.

Unreiner Bereich. Die folgenden Aufbereitungsprozesse/Aufbereitungsgeräte sind, sofern zutreffend, gemäß KRINKO-/BfArM-Empfehlung dem „unreinen“ Bereich des Aufbereitungsraums zuzuordnen: Entsprechend ausreichende Arbeitsfläche für die aus den Behandlungsräumenkommenden Medizinprodukte-Transportboxen; Abfallentsorgung; ggf. Sammeln der Medizinprodukte in „Nassentsorgung“ (z. B. Bohrerbad), Reinigung von Medizinprodukten mittels Ultraschall; Becken zur evtl. manuellen Reinigung und Zwischenspülung von Medizinprodukten; manuelles Trocknen; Standort des Reinigungs- und Desinfektionsgeräts (RDG); Standort eines Kombinationsgeräts (z. B.DAC) inkl. evtl. erforderlicher manueller Pflege/Ölung der Spannzangen von Übertragungsinstrumenten; manuellechemische Tauchbad-Desinfektion von Medizinprodukten.

Reiner Bereich. Die folgenden Aufbereitungsprozes-se/Aufbereitungsgeräte sind, sofern zutreffend, gemäß KRINKO-/BfArM-Empfehlung dem „reinen“ Bereich des Aufbereitungsraums zuzuordnen: Sicht- und Funktions-prüfung (z. B. Arbeitslampe mit Vergrößerungsglas); manuelle/maschinelle Pflege/Ölung von z. B. Zangen, Scheren oder Übertragungsinstrumenten; ausreichende Arbeitsfläche für den Freigabeprozess und Chargendokumentation für die Medizinprodukte der Einstufung „Semikritisch“; Standort des Siegelgeräts mit ausreichender Arbeitsfläche (Packzone) für die eingesetzten Sterilbarrieresysteme (Klarsichtsterilverpackung, Bogenverpackung/Vlies, Sterilgut-Container); Standort des Autoklavs/Dampfsterilisators; Kennzeichnung des Sterilguts; ausreichende Arbeitsfläche für den Freigabeprozess und Chargendokumentation für die Medizinprodukte der Einstufung „Kritisch“; Arbeitsfläche für die Rücktransportboxen der freigegebenen Medizinprodukte an den Lagerort.

Handwaschplatz. Bei einem Umbau bzw. Neubau eines Aufbereitungsraums wird (vorausgesetzt die Raumgrundfläche ermöglicht dies) die Installation eines entsprechendausgestatteten Handwaschplatzes z. B. vor dem „unreinen“ Bereich (ggf. mit einer „Spritzschutzwand“ vom beginnenden „unreinen“ Bereich abgetrennt) empfohlen. Ein Handwaschplatz im Aufbereitungsraum gehört nicht zum „unreinen“ bzw. „reinen“ Bereich. In einem bestehenden Aufbereitungsraum mit einem Reinigungsbecken im „unreinen“ Bereich sollte in einer Arbeitsanweisung die Festlegung eines Handwaschplatzes in einem nahegelegenen Behandlungsraum vorgenommen werden.


PRAXIS-Handbuch. Der Leitfaden „Hygiene und Medizinprodukte-Aufbereitung“ (Ziffer 11.1) der LZK BW zeigt beispielhaft verschiedene Muster-Aufbereitungsräume inkl. Bereichstrennung. Den Leitfaden, die KRINKO-/BfArM-Empfehlung sowie weitere Informationen über die Aufbereitung von Medizinprodukten finden Sie auf der Homepage der LZK BW in der Online-Version des PRAXIS-Handbuchs unter: lzk-bw.de wie folgt: „ZAHNÄRZTE“ >>> unter der Rubrik „Praxisführung“ auf das„PRAXIS-Handbuch“ klicken >>> nochmal auf „PRAXIS-Handbuch“ klicken. Auf der Startseite des PRAXIS-Handbuchs klicken Sie dann auf die Schaltfläche „5. Praxisbegehung - Was nun?“.


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